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Information 2018-03-12T18:59:06+00:00

Verspachtelung von Gipsplatten (Oberflächengüten Q1 bis Q4)

Verspachtelung von Gipsplatten

Qualitätsstufen der zu spachtelnden Oberflächen

Ein Auszug aus dem Merkblatt 2
Verspachtelung von Gipsplatten – Oberflächengüten Q1 bis Q4
des Bundesverbandes der Gipsindustrie e.V.

Qualitätsstufe 1
Für Oberflächen, an die keine optischen (dekorativen) Anforderungen gestellt werden, ist eine Grundverspachtelung (Q1) ausreichend.

Die Verspachtelung nach Qualitätsstufe 1 umfasst:
– das Füllen der Stoßfugen der Gipsplatten und
– das Überziehen der sichtbaren Teile der Befestigungsmittel.
– Überstehendes Spachtelmaterial ist abzustoßen.

Werkzeugbedingte Markierungen, Riefen und Grate sind zulässig. Die Grundverspachtelung schließt das Einlegen von Fugendeckstreifen (Bewehrungsstreifen) ein, sofern das gewählte Verspachtelungssystem (Spachtelmaterial, Kantenform der Platten) dies vorsieht. Darüber hinaus sind Fugendeckstreifen einzulegen, wenn dies aus konstruktiven Gründen für notwendig erachtet wird

Qualitätsstufe 2
Die Verspachtelung nach Qualitätsstufe 2 (Q2) entspricht der Standardverspachtelung und genügt den üblichen Anforderungen an Wand und Deckenflächen. Ziel der Verspachtelung ist es, den Fugenbereich durch stufenlose Übergänge der Plattenoberfläche anzugleichen. Gleiches gilt für Befestigungsmittel, Innen- und Außenecken sowie Anschlüsse.

Die Verspachtelung nach Qualitätsstufe 2 umfasst:
– die Grundverspachtelung (Q1)
– das Nachspachteln (Feinspachteln, Finish) bis zum Erreichen eines stufenlosen Übergangs zur Plattenoberfläche.

Dabei dürfen keine Bearbeitungsabdrücke oder Spachtelgrate sichtbar bleiben. Falls erforderlich, sind die verspachtelten Bereiche zu schleifen.

Wird die Qualitätsstufe 2 (Standardverspachtelung) als Grundlage für Wandbekleidungen, Anstriche und Beschichtungen gewählt, sind Abzeichnungen – insbesondere bei Einwirkung von Streiflicht – nicht auszuschließen. Eine Verringerung dieser Effekte ist in Verbindung mit einer Verspachtelung nach Qualitätsstufe 3 (Sonderverspachtelung) zu erreichen.

Qualitätsstufe 3
Werden erhöhte Anforderungen an die gespachtelte Oberfläche gestellt, sind zusätzliche über Grund und Standardverspachtelung hinausgehende Maßnahmen erforderlich:

Die Verspachtelung nach Qualitätsstufe 3 umfasst:
– die Standardverspachtelung (Q2) und
– ein breiteres Ausspachteln der Fugen sowie ein scharfes Abziehen der restlichen Kartonoberfläche zum Porenverschluss mit Spachtelmaterial.

Im Bedarfsfall sind die gespachtelten Flächen zu schleifen.

Auch bei der Sonderverspachtelung sind bei Streiflicht sichtbar werdende Abzeichnungen nicht völlig auszuschließen und nach VOB/C, DIN 18 350 (künftig DIN 18 340), Nr. 3.1.2 [7] zulässig. Grad und Umfang solcher Abzeichnungen sind jedoch gegenüber der Standardverspachtelung geringer.

Qualitätsstufe 4
Um höchste Anforderungen an die gespachtelte Oberfläche zu erfüllen, ist eine Vollflächenspachtelung der gesamten Oberfläche auszuführen. Im Unterschied zur
Sonderverspachtelung (Q3) wird dabei die gesamte Kartonoberfläche mit einer durchgehenden Spachtel-/ Putzschicht z.B. Orruzell 2000 Haftspachtel abgedeckt (beachte Hinweise insbesondere zu den erforderlichen Ebenheitstoleranzen).

Die Qualitätsstufe 4 umfasst:
– die Standardverspachtelung (Q2) und
– ein breites Ausspachteln der Fugen sowie ein vollflächiges Überziehen und Glätten der gesamten Oberfläche mit einem dafür geeigneten Material (Schichtdicke bis etwa 3 mm).

Grundsätzlich müssen die Beleuchtungsverhältnisse, wie sie bei der späteren Nutzung vorgesehen sind, bekannt sein. Zweckmäßigerweise sollten sie bereits zum Zeitpunkt der Spachtelarbeiten vorhanden sein. Eine Oberflächenbehandlung, die nach dieser Klassifizierung die höchsten Anforderungen erfüllt, minimiert die Möglichkeit von Abzeichnungen der Plattenoberfläche und Fugen.

Soweit Lichteinwirkungen (z.B. Streiflicht) das Erscheinungsbild der fertigen Oberfläche beeinflussen können, werden unerwünschte Effekte (z.B. wechselnde Schattierungen auf der Oberfläche oder minimale örtliche Markierungen) weitgehend vermieden. Sie lassen sich nicht völlig ausschließen, da Lichteinflüsse in einem weiten Bereich variieren und nicht eindeutig erfasst und bewertet werden können. Darüber hinaus sind die handwerklichen Grenzen der Ausführung vor Ort zu beachten.

Spachtelflächen, die auch bei Einwirkung von Streiflicht absolut eben und schattenfrei erscheinen, sind handwerklich nicht ausführbar. In Einzelfällen kann es erforderlich sein, dass in Verbindung mit Beschichtungs- und Klebearbeiten weitere Maßnahmen zur Vorbereitung der Oberfläche für die Schlussbeschichtung notwendig sind, z.B. für: glänzende Beschichtungen · Lackierungen · Lacktapeten.

Spachteln von Betonoberflächen

Spachteln von Betonoberflächen

Ergänzende Hinweise

Betonuntergründe Merkblatt „Gipsputze und gipshaltige Putze auf Beton“, herausgegeben vom Bundesverband der Gipsindustrie e.V. beachten.

Betondecken müssen frei von Oberflächenwasser (z. B. Niederschlag, Kondensat) sein. Ist die oberste Decke eines Bauwerks zu verputzen, müssen vor Beginn der Putzarbeiten die Wärmedämmung sowie die Abdichtung aufgebracht sein.

Feuchtegehalt von Beton
Der Feuchtegehalt von Beton als Putzgrund ist ein zentrales Kriterium für die sichere Haftung von Gipsputz. Die Feuchtigkeit im Beton darf in den ersten 2-3 cm bis zu 3 Masse-% betragen. Werden diese Bedingungen nicht eingehalten, kann die Putzhaftung beeinträchtigt sein, weil die Betonporen mit Wasser gefüllt sind, wodurch das Verkrallen des Gipsputzes verhindert wird. Der zu frische Beton wird stark schwinden. Dadurch können Spannungen zwischen Beton und Putz entstehen. Im Prozess des weiteren Austrocknens des Betons, können Salze an die Oberfläche gelangen und den Haftverbund stören und/oder das Gipsgefüge durch Umkristallisation beeinträchtigen.

Benetzungsprobe
Da der Zustand des Putzgrundes nach Augenschein, sowie durch Wisch- und Kratzprobe allein nicht ausreichend beurteilt werden kann, ist die Durchführung der Benetzungsprobe stets erforderlich.
Dabei wird reines Wasser mit einer gut angenässten Deckenbürste diagonal über die Betonflächen gleichmäßig aufgetragen. Wenn nach 3 Minuten der Farbumschlag des Betons von hell- auf dunkelgrau nicht erfolgt oder das Wasser vom Beton abperlt, ist Vorsicht geboten.
Hier besteht ein Verdacht auf noch feuchten Beton oder Rückständen von Schalungstrennmitteln.

Prüfung mit UV-Licht
Ergibt die Benetzungsprobe den Verdacht auf Rückstände von Schalungstrennmitteln, ist eine weitere Prüfung, z.B. mit der UV-Lampe, sinnvoll. Vorhandenes Schalungstrennmittel kann unter ultraviolettem Licht als fluoreszierende Fläche zu erkennen sein. Die Oberfläche muss dann gereinigt werden.

Verspachteln von Betonfertigteil-Fugen
Fertigteilfugen zuerst füllen und bei Bedarf in einem zweiten Arbeitsgang überspachteln und an die angrenzenden Flächen angleichen. Soll die Fläche anschließend mit einer Farbbeschichtung versehen werden, wird die Verwendung eines Fugendeckstreifens empfohlen.

Allgemeine Hinweise Gips-Trockenmörtel

Allgemeine Hinweise Gips-Trockenmörtel

Allgemeine Informationen

Gips ist Calciumsulfat, dass in verschiedenen Hydratstufen vorliegen kann.

Bei Calciumsulfat-Halbhydrat sind zwei verschiedene Formen bekannt, die man als α-Halbhydrat und als ß-Halbhydrat bezeichnet. Sie entstehen bei
unterschiedlichen Brennbedingungen und unterscheiden sich in ihren physikalischen Eigenschaften.

Oberflächeneigenschaften
Untersuchungen haben gezeigt, dass Orruzell Gipsmörtel, hohe Festigkeiten aufweisen. Bei sachgerechter Verarbeitung der Mörtel und Trocknung der Putze ist die Tragfähigkeit der Putzflächen für alle gängigen Beschichtungen und Beläge (z.B. Anstrichsysteme, Tapeten, Fliesen) ausreichend hoch. – Ablöseschäden von Beschichtungen oder Belägen sind in der Regel auf eine nicht fachgerechte Verarbeitung des Putzes (z.B. zu hoher Wasserzusatz, zu spätes oder zu langes Filzen oder Glätten), auf vom Putzgrund ausgehende Einflüsse oder z.B. auf zu hohe Luftfeuchtigkeit während des Erhärtens des Putzes zurückzuführen; dadurch können sich nicht ausreichend tragfähige Putzoberflachen, z.B. dichte und relativ wenig saugende Oberflächen (sog. „Sinterhäute“) bilden. Durch einen Klebebandabreistest*) kann man sich davon uberzeugen, ob die Oberfläche des Putzes frei ist von ablösbaren Schichten ist.

Gipsputze können fur besonders hohe Ansprüche mit spiegelglatten Oberflächen hergestellt werden (Stuckmarmor, Scagliola).

Volumenänderungen von Gipsputzen
Gipsputze unterliegen vom Beginn des Anmachens an, unterschiedlichen Volumenänderungen. Dabei handelt es sich um Schwinden, Quellen und Kriechen.
Schwinden. – Außer dem für die Praxis unbedeutenden „frühen“ Schwinden im Lösungs- und Verfestigungsstadium von mit Wasser angemachtem Gips – also in der Anfangsphase des Abbindens – ist mit einem Schwinden beim Verdunsten des uberschüssigen Anmachwassers nach dem Ende der Hydratation bis zur
Gleichgewichtsfeuchte zu rechnen. Dieses Schwinden ist mit ca. 0,3 mm/m für die Praxis unbedeutend. Quellen. – Das in der Anfangsphase des Abbindens
(Dihydratbildung) sofort einsetzende Schwinden wird durch das etwas später beginnende Kristallwachstum mit z. T. nicht unerheblichen Dehnungen überlagert.

Verhalten bei länger einwirkender/wiederholter Durchfeuchtung, Kondensatbildung
Eine vorübergehende – auch wiederholte – Belastung von Gipsputz durch Wasserdampf ist unschädlich, wenn der Gipsputz wieder seine Ausgleichsfeuchte
erreichen kann. Eine dauerhafte Durchfeuchtung von Gipsputzen mit Wasser muss vermieden werden, da Umkristallisationen und Gefügeänderungen infolge der Wasserlöslichkeit des Gipses eintreten. Nach einer wieder erfolgten Trocknung sind in der Regel die ursprünglichen mechanischen Eigenschaften wiederhergestellt.

Sinterschicht
Bei ungenügender Lüftung und dadurch bedingter beeinträchtigter Trocknung, können sich Calcitanreicherungen an der Putzoberfläche bilden. Diese entstehen durch gelöste Kalkhydratanteile aus dem Putz und gegebenenfalls aus dem Putzuntergrund, welche an die Putzoberfläche wandern und dort mit in der Luft enthaltenem Kohlendioxid zu Calcit (Calciumcarbonat) reagieren.
Diese so genannte Sinterschicht blockiert massiv das Austrocknen des Putzes.
Daneben führt sie unter Umständen zu einer sehr schwachen Saugfähigkeit des Putzes, wodurch Probleme bei der Tapetenhaftung auftreten können. Sinterschichten treten zunächst nicht unbedingt vollflächig auf und sind dadurch eventuell schwer zu erkennen. Erst wenn der Putz infolge ungenügender Lüftung lange nass bleibt, bildet sich eine vollflächige Calcitschicht auf der Putzoberfläche aus, was sich anhand des Saugverhaltens prüfen lässt.
Eine eventuell entstandene Sinterschicht ist unbedingt vor einer weiteren Beschichtung zu entfernen, z.B. durch Abschleifen. Günstiger ist es, das Entstehen der Sinterschicht von vornherein durch eine ausreichende Lüftung zu unterbinden.
Das gilt in besonderem Maße für Baustellen in kälteren Perioden, bei denen eine hohe Luftfeuchtigkeit die Trocknungsbedingungen zusätzlich behindert.

Elastizitätsmodul
Prüfkorper aus E-Modul N/mm²
Stuckgips ca. 4800
Putzgips ca. 5200
Maschinenputzgips ca. 2800